Artenvielfalt und Ernährung sichern

2. Umwelt-Zölle für Importe

Für einen fairen Wettbewerb zwischen Landwirten innerhalb und außerhalb der EU müssen Importeure entweder die Einhaltung äquivalenter Umweltvorgaben nachweisen oder Importabgaben in angemessener Höhe entrichten. 

Umwelt-Zölle für Importe: So geht fairer Wettbewerb

Es wäre unfair und würde alle umweltpolitischen Ziele verraten, wenn nur europäische Landwirtinnen zu tier- und naturschonenden Produktionsweisen gemäß Verursacherprinzip verpflichtet würden. Denn Konkurrenten von außerhalb der EU könnten ihre Erzeugnisse billiger importieren, ohne in ihren Ländern vergleichbare Auflagen erfüllen zu müssen.

nature solidarity setzt sich deshalb für Umwelt-Zölle auf Agrarimporte ein. Das ist kein Protektionismus, keine Abkehr vom Welthandel. Es ist der Einstieg in ein natur-solidarisches Handelskonzept, um natürliche Ressourcen zu schonen und Versorgungssicherheit auch für kommende Generationen zu gewährleisten.

Keine Vorteile für Billig-Konkurrenz!
Die Idee für Umwelt-Zölle ist keineswegs abwegig. In ersten Ansätzen gibt es dazu bereits eine europäische Praxis in anderen Branchen: Seit Oktober 2023 gilt im Rahmen der EU-Klimapolitik das CO2-Grenzausgleichssystem [Carbon Border Adjustment Mechanism, kurz CBAM]. Der Mechanismus soll EU-ausländischen Herstellern von Stahl, Zement, Düngemitteln und einigen anderen Produkten Import-Zölle auferlegen, wenn in ihren Ländern eine weniger ambitionierte Klimapolitik praktiziert wird, während ihre europäischen Wettbewerber durch den CO2-Emissionshandel in der EU mit steigenden Kosten für ihre Produkte kalkulieren müssen. Der Grenzausgleichsmechanismus sorgt hier für fairen Wettbewerb. Nichts spricht dagegen, auf diese Weise auch Landwirtinnen und Landwirte, die in der EU naturschonend arbeiten, vor unfairer Konkurrenz zu schützen.