Artenvielfalt und Ernährung sichern
Offenbarungseid der EU-Agrarlobby
Agrardemo in Brüssel am 18. Dezember 2025
nature solidarity e.V. fordert Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik mit marktwirtschaftlichen Instrumenten – für Artenvielfalt, Bodenschutz und eine Perspektive für Landwirte
Pressemitteilung vom 17.12.2025
Der Spitzenverband der EU-Agrarlobby, Copa-Cogeca, mobilisiert für den 18. Dezember rund 10.000 Landwirte nach Brüssel, um gegen die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 zu protestieren. Gefordert werden der Erhalt der Agrarsubventionen, Deregulierung sowie Schutz vor Konkurrenz durch das EU-Mercosur-Abkommen.
Die neu gegründete Nichtregierungsorganisation nature solidarity kritisiert diese Forderungen scharf und verweist auf die Mitverantwortung der EU-Agrarlobby für Artenverlust, Bodenschäden, unzureichenden Tierschutz und die Gefährdung der Ernährungssicherheit in Europa.
»Seit der Jahrtausendwende flossen rund 1,5 Billionen Euro in das EU-Agrarsystem, das massive ökologische Schäden verursacht und viele Landwirte wirtschaftlich überfordert«, so nature solidarity-Vorstand Matthias Wolfschmidt.
»Copa-Cogeca fordert Deregulierung und ein Weiter-so bei den Subventionen, hat aber keine Strategie für eine zukunftsfähige EU-Agrarpolitik. In Zeiten von Klimawandel, Artensterben und geopolitischen Verwerfungen ist das ein Offenbarungseid der Agrarlobby. Sie hat nichts weiter zu bieten als die Fortsetzung ihrer alten, zerstörerischen Rezepte.«
Die Folgen der seit Jahrzehnten maßgeblich von Copa-Cogeca vorangetriebenen, zerstörerischen EU-Agrarpolitik sind laut nature solidarity seit Langem wissenschaftlich dokumentiert: Pestizidrückstände auf 80 Prozent und Überdüngung auf 70 Prozent der Äcker, Ackergifte im Wasser, massive Verluste bei Bienen und Feldvögeln sowie jährliche Verluste von 50 Milliarden Euro allein durch abnehmende Bodenfruchtbarkeit. Auch Höfesterben, Überschuldung und psychische Überlastungen vieler Landwirte seien trotz der üppigen Subventionen nicht aufgehalten worden. Viele Betriebe stünden heute mit dem Rücken zur Wand, während der Nachwuchs fehle und ungezügelte Spekulation die Preise auf dem Weltmarkt diktiere.
Hintergrund:
nature solidarity fordert eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik. Denn die bisherige ist verantwortlich für das massives Artensterben, für den drohenden Kollaps von Ökosystemen sowie für die Überforderung vieler Landwirte in Europa.
An die Stelle von Subventionen und überbordender Agrarbürokratie sollten marktwirtschaftliche Anreize treten. Auf diese Weise wird nicht nur die umwelt- und klimaverträgliche Erzeugung in der gesamten EU vorangebracht, es werden auch überfällige Innovationen ausgelöst. Anreize dazu setzt die EU-weite Bepreisung von Pestiziden, Mineraldüngern und agrarischen CO2-Emmissionen. Damit die neue EU-Landwirtschaft für Artenvielfalt, stabile Ökosysteme und gesunde Böden volks- und betriebswirtschaftlich erfolgreich ist, werden heimische Produzenten durch Umweltzölle vor Billigimporten aus Drittländern mit geringeren Standards geschützt.
Ziel von nature solidarity ist eine auch für junge Menschen attraktive, nachhaltige Landwirtschaft mit fairen Einkommen. Soziale Ausgleichsmaßnahmen sollen sicherstellen, dass alle Verbraucherinnen sich gesund und ausgewogen ernähren können. Die NGO ist ein gemeinnütziger Verein (e.V.), politisch unabhängig und finanziert sich ausschließlich durch Spenden von gemeinnützigen Organisationen und Privatpersonen.
Kontakt:
Matthias Wolfschmidt, Vorstand
+49 (0)151 58178205
presse@nature-solidarity.org
