Artenvielfalt und Ernährung sichern
7.300 Milliarden US-Dollar fließen jährlich in naturzerstörende Geschäfte
Alarmierender Bericht des Weltbiodiversitätsrats veröffentlicht
Der Bericht »Biodiversität und Wirtschaft« des IPBES vom 8. Februar 2026 bestätigt die Kritik der Umweltorganisation nature solidarity an der zerstörerischen Agrarpolitik Deutschlands und der EU.
Pressemitteilung vom 11.02.2026
Laut dem Bericht »Biodiversität und Wirtschaft« des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) vom 8. Februar 2026 flossen im Jahr 2023 weltweit rund 7,3 Billionen US-Dollar – das sind 7.300 Milliarden – in wirtschaftliche Aktivitäten, die der Natur und der biologischen Vielfalt schaden. Demgegenüber standen lediglich 220 Milliarden US-Dollar für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Biodiversität zur Verfügung– nur 3 Prozent der zerstörerischen Geldflüsse.
Für Matthias Wolfschmidt, Geschäftsführer von nature solidarity, offenbaren diese Zahlen das strukturelle Versagen der globalen Wirtschafts- und Agrarpolitik: »Naturausbeutung und Umweltzerstörung sind noch immer das herrschende Geschäftsmodell der Weltwirtschaft.«
Rund zwei Drittel der schädlichen Finanzströme oder rund 4.900 Milliarden US-Dollar jährlich stammen aus privaten Investitionen. »Das ist schlimm genug«, so Wolfschmidt, »aber noch schlimmer ist, dass etwa 2.400 Milliarden US-Dollar aus öffentlichen Töpfen wie den zum großen Teil umweltschädlichen Agrarsubventionen der EU stammen. Es ist doch verrückt, Steuergelder der Bürger dafür zu verwenden, ihre Lebensgrundlagen langsam, aber sicher zu zerstören.«
Wie der IPBES kritisiert auch nature solidarity das Fehlen wirksamer finanzieller Anreize und Sanktionen, um diese Fehlsteuerung von Kapital zu korrigieren. Unternehmen würden negative Auswirkungen ihres Handelns auf die biologische Vielfalt häufig nicht einpreisen. Stattdessen förderten staatliche Subventionen und politische Rahmenbedingungen vielfach Geschäftsmodelle, die Naturausbeutung und Umweltzerstörung begünstigen – unterstützt durch intensive Lobbyarbeit von Wirtschaftsverbänden.
nature solidarity fordert deshalb die konsequente Anwendung des »polluter pays principle« (Verursacherprinzip), also die Einbeziehung der Reparaturkosten von Umweltschäden in die Kostenkalkulation aller Wirtschaftsakteure, sowie die Abschaffung aller umweltschädlichen Subventionen der öffentlichen Hand.
Auch die EU-Agrarpolitik bedürfe einer grundlegenden Neuausrichtung. nature solidarity fordert Anreize für den Schutz von Biodiversität, Klima und Boden, unter anderem durch die EU-weite Bepreisung von Pestiziden, Mineraldüngern und agrarischen CO₂-Emissionen sowie durch Umweltzölle zum Schutz heimischer Produzenten.
Quelle:
IPBES-Report »Biodiversity and Business« (The Impact and Depdendence of Business on Biodiversity and Nature’s Contributions to People), siehe insbesondere »Key Message 2« (S. 5)
https://ipbes.canto.de/v/IPBES12Media/album/QH93L?viewIndex=0&display=fitView&column=document&id=cbeurbkq7t5vpc6fs2v9kbp75a&origin=classic
Kontakt:
Matthias Wolfschmidt, Vorstand
+49 (0)151 58178205
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