Artenvielfalt und Ernährung sichern
Next Generation
Bauern und Bäuerinnen gesucht!
nature solidarity will den landwirtschaftlichen Nachwuchs ermutigen und gemeinsam mit ihm eine Gegenlobby zu den Verursachern, Profiteuren und Bewahrern des inakzeptablen Status quo aufbauen. Damit viele junge Menschen den schönsten Beruf der Welt ergreifen und auch guten Gewissens ausüben können.
Wir wollen junge Landwirtinnen und Landwirte dafür gewinnen, sich in der Gesellschaft und in der Politik für eine wirtschaftlich zukunftsfähige, biodiversitäts- und klimafreundliche Landwirtschaft einzusetzen. Unser Ziel: Junglandwirtinnen und Junglandwirte als Aktivisten in eigener Sache.
Der Generationswechsel muss klappen
Europas Landwirtschaft altert schneller als andere Sektoren. Europäische Bäuerinnen und Bauern sind im Schnitt 57 Jahre alt [EU-Kommission, 2025]. Nur sechs Prozent sind jünger als 35, mehr als jeder zweite ist älter als 55 [agrarheute, 2025].
Etwa 100.000 Generationswechsel stehen allein in der deutschen Landwirtschaft in den kommenden 15 Jahren an – bei circa 250.000 Betrieben insgesamt. In Spanien, Italien und Frankreich ist die Situation ähnlich. Was bedeutet es für die Ernährungssicherheit in der EU, wenn der Generationswechsel nicht klappt? Wenn die Jungen keine Lust mehr auf diesen Beruf, auf die bisherige Art von Landwirtschaft haben?
Sie hätten gute Gründe dafür. Zum Beispiel den, dass sich die Preise für deutsches Agrarland seit 2010 etwa verdoppelt haben [BMEL-Statistik]. Oder dass die heutige Art der Landwirtschaft eine der kapitalintensivsten Branchen ist: Jeder Arbeitsplatz kostet rund 837.000 Euro – deutlich mehr als in der Industrie, im Handel oder im Baugewerbe [DBV, Situationsbericht 25/26].
Andere Herausforderungen kommen hinzu: klimatische Veränderungen, gesellschaftlicher Druck oder (bio-)technologische Neuerungen, die tradiertes Wissen und Können in Frage stellen. Auf all das gibt die Agrarpolitik der EU bisher keine überzeugenden Antworten, im Gegenteil: Sie ist daran beteiligt, die berufliche Zukunft junger Landwirte zu zerstören.
Dem setzt nature solidarity das Projekt »Next Generation« entgegen: Wir gehen aktiv auf Junglandwirtinnen und Junglandwirte zu, vernetzen sie und uns mit Experten, bieten Schulungen zu Agrarpolitik, Strategiebildung und Kampagnenarbeit an und bauen so eine Lobby auf für eine biodiversitätsfreundliche und zukunftsfähige Agrarpolitik – eine Lobby aus Hofnachfolgern und Neueinsteigerinnen. Denn Landwirtin oder Landwirt zu sein, ist einer der schönsten Berufe überhaupt – wenn die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen dafür stimmen.
nature solidarity betreibt dafür aktive Öffentlichkeitsarbeit auf allen Kanälen. Für Aktionen gegen Subventionen und für faire Marktbedingungen für umweltschonendes Wirtschaften. Für Abgaben auf Pestizide, Mineraldünger oder CO2-Emissionen sowie für Umwelt-Zölle auf Billigimporte. Gegen die überbordende, umweltfreundliche Innovationen und Geschäftsmodelle verhindernde Agrarbürokratie auf allen Ebenen. Und für unternehmerische Freiheit in Solidarität mit der Natur.
Die umweltzerstörerische Landwirtschaftspolitik und -praxis überall in der EU hat Menschen verdient, die sich ihr mit Herz und Verstand entgegenstellen. Junge Menschen, die für zukunftsfähige politische Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft kämpfen, damit sie eine gute berufliche Zukunft haben.
