Artenvielfalt und Ernährung sichern
Angekündigte EU-Düngemittel-Subventionen
Mehr Schaden als Nutzen
nature solidarity: Das Marktsignal wirken lassen, um die Landwirtschaft aus fossiler Abhängigkeit zu befreien und das Artensterben zu verringern!
Pressemitteilung vom 22.04.2026
Der Plan der EU-Kommission, angesichts der durch die Sperrung der Straße von Hormus gestiegenen Preise höhere Subventionen für mineralische Düngemittel zu genehmigen, verschärft nicht nur die Probleme der Landwirtschaft, sondern auch das Artensterben. Die Naturschutzorganisation nature solidarity fordert stattdessen, die gestiegenen Preise als Anreiz für den sparsameren Einsatz von Kunstdünger wirken zu lassen und auf diese Weise die grassierende Überdüngung zu verringern. In vielen EU-Mitgliedsstaaten werde schon heute mehr gedüngt, als die Nutzpflanzen aufnehmen können.
»Der Nährstoffüberschuss aufgrund von Überdüngung gehört zu den größten Gefahren für Grundwasser und Artenvielfalt«, sagt Matthias Wolfschmidt, Geschäftsführer von nature solidarity. »Die EU selbst hat das Ziel, dass bis 2030 mindestens 20 % weniger Mineraldünger eingesetzt werden. Wenn höhere Preise jetzt einen gezielteren und sparsameren Einsatz von Düngemitteln bewirken, ist das ein willkommener Effekt eines unwillkommenen Krieges – auch, um die Abhängigkeit der Landwirtschaft von fossiler Energie zu vermindern.«
Über 300 Liter Erdöl-Äquivalent pro Hektar
Trotz jahrzehntelanger Klimapolitik basieren Ackerbausysteme, Gewächshaus-Produktion und Tierhaltung in der EU maßgeblich auf dem Einsatz von fossiler Energie. Laut Eurostat verbrauchte die europäische Land- und Forstwirtschaft im Jahr 2023 rund 26,4 Millionen Tonnen Öl-Äquivalent. Pro Hektar entspricht das durchschnittlich etwa 165 kg. Diese Zahlen berücksichtigen jedoch nicht fossile Energie-Inputs für die Herstellung von Mineraldünger und Pestiziden. Werden die indirekten fossilen Inputs einbezogen, gehen Wissenschaftler sogar von einem Gesamtbedarf von rund 330 kg Öl-Äquivalent pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche aus.
»Es ist längst bekannt, dass die heutigen Anbauverfahren ohne erheblichen Einsatz fossiler Energie nicht möglich und schon deshalb nicht zukunftsfähig sind. Zudem ruinieren sie die Bodenfruchtbarkeit, verschmutzen die Gewässer und zerstören die Artenvielfalt in nie dagewesenem Ausmaß. Doch entgegen ihren Sonntagsreden scheint das der EU-Kommission und den Regierungen der Mitgliedstaaten egal zu sein«, so Matthias Wolfschmidt.
Die durch den Krieg im Nahen Osten ausgelöste Krise der Agrarproduktion mache deutlich, dass die Dekarbonisierung der Landwirtschaft nicht mehr nur eine Klimafrage ist, sondern auch eine geopolitische und wirtschaftliche Notwendigkeit, so Wolfschmidt.
Hintergrund
nature solidarity e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die für gesunde Natur durch biologische Vielfalt und stabile Ökosysteme sowie gesunde Nutztiere im gesamten EU-Agrarsektor kämpft. Damit es trotz Klimaerwärmung und zunehmenden Extremwetterlagen in Zukunft stabile Ernten, bezahlbare Lebensmittel für alle und ein gutes Auskommen für die Landwirte gibt.
Kontakt
Matthias Wolfschmidt, Vorstand
+49 (0)151 58178205
presse@nature-solidarity.org
