Artenvielfalt und Ernährung sichern
Bauernpräsident rasiert die Zukunft
Ruckwieds Regulierungs-»Rasenmäher«
nature solidarity: Ruckwied hat keine Idee für die Entwicklung einer zukunftsfähigen EU-Agrarpolitik, die Artenvielfalt, Bodenschutz und eine Perspektive für Landwirte mit marktwirtschaftlichen Instrumenten erreicht.
Pressemitteilung vom 15.01.2026
Seit 2012 ist Joachim Ruckwied Präsident des Deutschen Bauernverbands. Zum Auftakt der »Grünen Woche« 2026 in Berlin hat er jetzt laut »Tagesspiegel Background« einen radikalen Schnitt aller gesetzlichen Vorgaben seit 2010 gefordert und eine »marktgetriebene Wirtschaftspolitik« verlangt. Auf die etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen Einkommen finanzierenden Agrarsubventionen will Ruckwied indes nicht verzichten.
nature solidarity verweist auf die Mitverantwortung von Bauernpräsident Ruckwied für Artenverlust, Bodenschäden, unzureichenden Tierschutz, die Gefährdung der Ernährungssicherheit in Europa und Nachwuchsprobleme in der Landwirtschaft.
»Seit der Jahrtausendwende flossen rund 1,5 Billionen Euro in das EU-Agrarsystem. Laut Herrn Ruckwied als Ausgleich für höhere Standards, die in der EU gälten. Nach wie vor verursacht der Agrarsektor jedoch massive ökologische Schäden und Kosten – jedes Jahr allein in Deutschland 90 Milliarden Euro. Seit 2012 trägt Bauernpräsident Ruckwied dafür persönlich eine erhebliche Mitverantwortung«, so nature solidarity-Vorstand Matthias Wolfschmidt.
»Herrn Ruckwied fällt außer Deregulierung und einem Weiter-so bei den Subventionen nichts ein. Er hat keine Strategie dafür, wie in Zeiten von Klimawandel, Artensterben und geopolitischen Verwerfungen Landwirtschaft und Agrarpolitik in Deutschland und Europa zukunftsfähig weiterentwickelt werden können. Herr Ruckwied hat für diese Herausforderungen erkennbar keine Antworten.«
Die Folgen der maßgeblich vom Deutschen Bauernverband, seit 2012 unter Führung von Joachim Ruckwied vorangetriebenen zerstörerischen Agrarpolitik sind laut nature solidarity seit Langem wissenschaftlich dokumentiert: Pestizidrückstände auf 80 Prozent und Überdüngung auf 70 Prozent der Äcker, Ackergifte im Wasser; massive Verluste bei Bienen, Schmetterlingen und Feldvögeln sowie jährliche Verluste von 50 Milliarden Euro allein durch abnehmende Bodenfruchtbarkeit.
Auch Höfesterben, Überschuldung und psychische Überlastungen vieler Landwirte seien trotz der üppigen Subventionen nicht aufgehalten worden. Viele Betriebe stünden heute mit dem Rücken zur Wand, während der Nachwuchs fehle und ungezügelte Spekulation die Preise auf dem Weltmarkt diktiere.
Hintergrund:
nature solidarity fordert eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik. Denn die bisherige ist verantwortlich für das massives Artensterben, für den drohenden Kollaps von Ökosystemen sowie für die Überforderung vieler Landwirte in Europa.
An die Stelle von Subventionen und überbordender Agrarbürokratie sollten marktwirtschaftliche Anreize treten. Auf diese Weise wird nicht nur die umwelt- und klimaverträgliche Erzeugung in der gesamten EU vorangebracht, es werden auch überfällige Innovationen ausgelöst. Anreize dazu setzt die EU-weite Bepreisung von Pestiziden, Mineraldüngern und agrarischen CO2-Emmissionen. Damit die neue EU-Landwirtschaft für Artenvielfalt, stabile Ökosysteme und gesunde Böden volks- und betriebswirtschaftlich erfolgreich ist, werden heimische Produzenten durch Umweltzölle vor Billigimporten aus Drittländern mit geringeren Standards geschützt.
Ziel von nature solidarity ist eine auch für junge Menschen attraktive, nachhaltige Landwirtschaft mit fairen Einkommen. Soziale Ausgleichsmaßnahmen sollen sicherstellen, dass alle Verbraucherinnen sich gesund und ausgewogen ernähren können. Die NGO ist ein gemeinnütziger Verein (e.V.), politisch unabhängig und sie finanziert sich ausschließlich durch Spenden von gemeinnützigen Organisationen und Privatpersonen.
Kontakt:
Matthias Wolfschmidt, Vorstand
+49 (0)151 58178205
presse@nature-solidarity.org
